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WAS IST DAS?

Bisher haben Sie auf unserem virtuellen Rundgang durchs TIM diese Exponate und ihre Sach- und Nutzungsgeschichte kennengelernt.


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Das stellen wir Ihnen heute vor.

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Schermaschine Rex (1)
Eichenbüffett Wohnstube
Pionier Kamera
Glühbirnen 1930
Fahrradmarke Thüringen
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Ein Schlitten! Da kommen doch den Großen Erinnerungen an schneereiche Winter und den Jüngeren die Sehnsucht, mal endlich auch einen Schneemann bauen, Ski zu fahren oder rodeln zu gehen ... ohne in die Alpen oder sonstwohin reisen zu müssen.

Bei diesem Schlitten handelt es sich allerdings nicht um Vergnügen, sondern es handelte sich um Arbeit. Das ist der Schlitten, mit dem der erste Bäcker von Hummelshain seine Backwaren ausfuhr. Und das kam so:


Früher hatten in Hummelshain, wie in anderen Dörfern auch, viele Häuser ihren eigenen kleinen Backofen. Mitunter sieht man noch heute Reste davon, wie im Haus An der Alten Schule Nr. 1. Die Dorfbäckerei Neustädter Straße 1 entstand erst um 1900. Das Haus hatte der Familie Schütze gehört. Als diese jedoch In der Welke 1 ein neues schönes Haus für sich baute ("Alt-Hummelshain, in dem derzeit eine Jugendgruppe des Sozialunternehmens Förster untergebracht ist), richteten sie in ihrem alten kleinen Haus eine Bäckerei ein und vermieteten sie an den in Hamburg geborenen ersten Bäcker im Dorf Bernhard Martius (1870-1916) und dessen Frau Martha.

Bis etwa 1910 fuhr Bernhard Martius Brot, Brötchen und Kuchen sommers mit dem Leiterwagen und winters mit dem im Museum gezeigten großen Hundeschlitten aus. Ein Rest des Geschirrs der starken, weißen Sennhunde hängt im Museum über dem Backtisch. Später schaffte er sich ein Fahrrad zum Ausfahren der Backwaren an. Auf winterlichem Glatteis stürzte Bernhard 1916 jedoch und verstarb an den Folgen des Unfalls. Seine Frau Martha führte von da an die Bäckerei allein weiter.

Ihr Sohn Fritz Martius heiratete 1939 seine Frau Charlotte, geb. Müller. Im selben Jahr kaufte er das Bäckerhaus, legte die Meisterprüfung ab (s. die Urkunde im Museum) und übernahm das Geschäft. 1948 wurde dem jungen Bäckerpaar ihr zweiter Sohn geboren, Gerd-Eckhard. Er bewohnt das Haus noch heute und hat unserem Museum den Schlitten überlassen. Fritz hatte den Schlitten nie benutzt; er fuhr die diversen Backerzeugnisse in seinem schmucken Motorrad mit Seitenwagen aus.


1972 wurde die Hummelshainer Bäckerei schließlich geschlossen. Allerdings heizte Fritz Martius, obwohl er schon im Ruhestand war, den Backofen alle Jahre zu Weihnachten noch einmal an, um den von den Dorfbewohnern gebrachten Stollen auszubacken. Den Stollenteig beim Bäcker backen zu lassen, war in der DDR noch bis zur Wende üblich. Namensschildchen aus Blech (s. Museum), die in den Stollen gesteckt wurden, kennzeichneten die Besitzer, damit ja kein Stollen verwechselt wurde!


Jetzt wissen Sie, was es mit dem Schlitten auf sich hat, und Sie wissen nun auch, wozu die Holzmulde und der Strohkorb darauf dienten. Alles und noch viel mehr zu sehen in der Abteilung "Bäcker" im Tante Irma Museum.

Und jedes Exponat erzählt eine Geschichte!

Sie sind herzlich eingeladen, sich in 7 Tagen die nächsten Exponate unserer virtuellen Ausstellung anzusehen! 


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